FAQs

Kraftstoff ERDGAS

ERDGAS ist ein Naturprodukt. Es wird zum Heizen, Kochen, Autofahren und in der Industrie verwendet. ERDGAS umfasst alle gasförmigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus der Erde stammen und brennbar sind. Es besteht aus mindestens 85 Volumenprozent Methan sowie maximal zehn Prozent Stickstoff und Kohlendioxid, weswegen es weitestgehend sauber verbrennt. Den Rest bilden höhere Kohlenwasserstoffe wie Ethan, Propan und Butan. ERDGAS gehört ebenso wie Erdöl und Kohle zu den natürlich brennbaren organischen Rohstoffen. Jedoch muss ERDGAS im Gegensatz zu Erdöl nach der Förderung nicht aufwendig aufgearbeitet werden und ist auch als regenerativer Energieträger verfügbar. Sowohl BIO-ERDGAS als auch synthetisches ERDGAS sind grüne Alternativen auf dem Weg zur Energiewende.

CNG steht für Compressed Natural Gas und heißt nichts anderes als komprimiertes ERDGAS. In dieser Form wird es zum Tanken angeboten. Die Abkürzung CNG findet sich international an allen Erdgastankstellen.

BIO-ERDGAS ist erneuerbares ERDGAS. Es wird ausschließlich in Deutschland für den heimischen Markt hauptsächlich aus Bioabfällen gewonnen. Basis für die Produktion ist Biogas, das in einem zweiten Verfahrensschritt auf Bio-Erdgas-Qualität aufbereitet wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird das BIO-ERDGAS in das Erdgasnetz eingespeist. BIO-ERDGAS kann von jedem Erdgasfahrzeug ohne technische Anpassungen am Fahrzeug in beliebiger Höhe getankt werden.

BIO-ERDGAS ist ein vollwertiger Ersatz für ERDGAS. Dadurch wird die ohnehin schon gute Umweltbilanz dieses Kraftstoffs noch weiter verbessert: Laut dena sinken bei der Nutzung von reinem BIO-ERDGAS die CO2-Emissionen um bis zu 97 Prozent gegenüber Benzinern. Schon heute wird an vielen Tankstellen BIO-ERDGAS dem konventionellen ERDGAS beigemischt oder als eigener Kraftstoff angeboten.

Der Automobilhersteller Audi erzeugt mittels der neuen Power-to-Gas-Technologie aus überschüssigem Ökostrom „e-gas“. Im ersten Schritt wird Wasserstoff produziert. Unter Zugabe von CO2 entsteht anschließend Methan. Audi nennt dieses synthetische ERDGAS „Audi e-gas“.

Autogas ist ein Flüssiggas (LPG: Liquefied Petroleum Gas) – ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung anfällt. Da beide Kohlenwasserstoffe anteilig aus mehr Kohlenstoff bestehen als ERDGAS, fällt der CO2-Vorteil bei der Verbrennung geringer aus als bei ERDGAS aus. Autogas hat ein höheres Molekulargewicht als ERDGAS und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft.

ERDGAS hingegen, ist aufgrund seines hohen Wasserstoffanteils leichter als Luft und verflüchtigt sich im Fall eines Austritts in der Atmosphäre. Als Kraftstoff sind ERDGAS und Autogas nicht untereinander austauschbar. Eine Verwechslung beim Betanken wird durch unterschiedliche Tankstutzen an den Fahrzeugen und Zapfkupplungen an den Tankstellen verhindert.

Autogas wird, anders als ERDGAS, in Litern verkauft und hat pro Verkaufseinheit einen deutlich geringeren Energiegehalt als Benzin und ERDGAS. Daher können die Preise an der Tankstelle nicht direkt miteinander verglichen werden.

In Deutschland sind zwei Erdgassorten gebräuchlich: "H-Gas" (High-Gas) und "L-Gas" (Low-Gas). Die Angaben „H“ und „L“ stehen für den Methananteil im ERDGAS, der je nach Herkunft des Gases verschieden ist. H-Gas hat aufgrund des größeren Methananteils einen höheren Heizwert und verbrennt sauberer. Es ist in Deutschland am weitesten verbreitet.

L-Gas wird überwiegend in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angeboten. Beim Tankvorgang macht die Sorte keinen Unterschied – wohl aber in der Reichweite einer Tankfüllung. Für den Opel Zafira Tourer 1.6 CNG beträgt die Reichweite mit L-Gas rund 450 statt 530 Kilometer (H-Gas). Verbraucher zahlen dafür an der Tankstelle für L-Gas weniger als für H-Gas, da sich der Preis beim Kraftstoff ERDGAS über den Heizwert (Kilowattstunde) und nicht über die Tankmenge (Kilogramm) definiert. Bundesweit ist die Auszeichnung der Gasbeschaffenheit an Erdgastankstellen in der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Beide Gasbeschaffenheiten sind kein Merkmal für die Qualität des Kraftstoffes. Fahrzeugsensoren erkennen nach der Betankung, ob H- oder L-Gas getankt wurde und stellen die Einblasmenge in das Saugrohr automatisch ein.

Im Jahr 2014 begann die schrittweise Umstellung der Versorgungsnetze auf H-Gas, da die L-Gas-Vorkommen zur Neige gehen. Bis zum Jahr 2030 soll diese abgeschlossen sein. Ganz Deutschland wird dann mit dem effizienten H-Gas versorgt.

ERDGAS kommt in nahezu jedem Teil der Erde als natürliche Ressource vor. Zu den wichtigsten Bezugsquellen von ERDGAS zählen heute Norwegen, die Niederlande, UK, Deutschland und Russland. Global steigt die Zahl der Förderländer, die verflüssigtes ERDGAS (LNG) nach Europa exportieren.

Die bisher erschlossenen fossilen Erdgasvorkommen reichen laut Experten noch für mindestens 70 Jahre – bei gleichbleibendem Verbrauch. Es werden zunehmend neue Vorkommen entdeckt und erschlossen. Die Versorgung mit ERDGAS ist also langfristig und über viele Generationen gesichert. Zudem wird die Produktion von BIO-ERDGAS weiter gesteigert und synthetisches ERDGAS aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen.

Der Vergleich mit dem Energieträger Erdöl – von dem der deutsche Verkehrssektor bislang zu über 90 Prozent abhängig ist – verdeutlicht das zusätzliche Potenzial von ERDGAS. Legt man allein die aktuellen Fördermengen zugrunde, ergeben sich globale statische Reichweiten für Erdöl von rund 50 Jahren. Anders als bei ERDGAS sind in 90 Prozent der Ölförderländer die Fördermaxima bereits nachweislich überschritten. Auch zeigt sich schon seit den 1960er Jahren ein Rückgang der jährlichen Erdölneufunde, seit 1981 liegen sie unter dem Verbrauch.

Power-to-Gas ist eine neue Technologie, mit der große Mengen erneuerbaren Stroms als Gas gespeichert werden kann. Das so hergestellte Wasserstoff oder Methan wird beispielsweise als CO2-neutraler Kraftstoff  für den Verkehr verwendet. Mit dieser Technologie kann das zuvor gewonnene Gas  sogar zurück in Strom umgewandelt werden. Der Prozess trägt wesentlich zur Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes bei. Power-to-Gas wird auch Strom-zu-Gas oder abgekürzt P2G genannt.

Erdgasfahrzeuge

Ein Erdgasfahrzeug wird mit komprimiertem Erdgas (CNG) als Kraftstoff betrieben und ist mit einem Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat ausgestattet. Die Motoren arbeiten genauso wie herkömmliche Otto-Motoren. Anstatt eines Benzin-Luftgemisches wird ein Erdgas-Luftgemisch in den Zylindern verbrannt.

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 4.777 Erdgasfahrzeuge neu zugelassen. Derzeit fahren deutschlandweit 77.187 Fahrzeuge mit Erdgas – 3,9 % weniger als 2016. Beispielsweise in Italien, dem europäischen "Mutterland" der Erdgastechnik, sind ca. 940.000 Erdgasfahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

Erdgasfahrzeuge haben einen wirtschaftlichen Vorteil durch geringere Betriebs- und Treibstoffkosten. Zusätzlich verursacht ERDGAS (CNG) bis zu 25 Prozent weniger CO2 als Benzin. Mit reinem BIO-ERDGAS sinkt der CO2-Ausstoß sogar um bis 97 Prozent.

Weite Fahrten bedürfen derzeit noch einer guten Reiseplanung, weil sich das Tankstellennetz im Aufbau befindet. Aktuell gibt es in Deutschland ca. 900 Tankstellen - Tendenz steigend!

Nein, Erdgasfahrzeuge werden wie konventionelle Fahrzeuge behandelt.

Normalerweise nicht, es werden herstellerabhängig bei den regulären Inspektionsintervallen Servicechecks durchgeführt.

Die Motorpflege unterscheidet sich nicht von der eines benzinbetriebenen Fahrzeugs. Dies gilt auch für die Inspektion.

Die meisten aktuellen Modelle erfüllen die Euro-6-Norm.

Zurzeit werden neue PKW-Serienfahrzeuge von den Herstellern Audi, Fiat, Opel, Mercedes-Benz, Seat, Skoda und Volkswagen angeboten. Gebrauchte Serien-Erdgasfahrzeuge gibt es von Citroen, Ford und Volvo. Auch Sonderfahrzeuge wie Busse, leichte Nutzfahrzeuge und Stapler werden angeboten.

Die herkömmlichen Fahrzeuge, die entweder mit Benzin- oder Dieselkraftstoff angetrieben werden,sind typische monovalente Fahrzeuge, d. h. sie können nur mit einem Kraftstoff betankt werden.

Monovalente (auch monofuel) Erdgasfahrzeuge können dementsprechend nur mit ERDGAS (CNG) betankt werden und haben maximal einen Benzin-„Nottank“ an Bord. ). Inzwischen haben sich am Markt sogenannte Monovalent-plus-Fahrzeuge etabliert, die mit einem Benzinnottank unter 15 Litern ausgestattet sind.

„Bivalente" (oder bifuel) Erdgasfahrzeuge können wahlweise mit ERDGAS (CNG) oder Benzin betankt werden. Diesel scheidet als Zweitkraftstoff neben ERDGAS in Pkw-Motoren aus, da es ohne elektrischen Funken gezündet wird. Auf welche Kraftstoffart der Motor zurückgreift, kann bei einigen älteren bivalenten Fahrzeugen manuell vom Fahrer bestimmt werden, moderne Erdgas-Autos starten automatisch immer mit dem preiswerten und umweltschonenden ERDGAS. Das Fahrzeug schaltet erst dann auf Benzin um, wenn der Erdgastank leer ist. Nach Auffüllung des Erdgastanks wird der Motor wieder automatisch mit ERDGAS betrieben.

Moderne Erdgasmotoren, ob „monovalent“ oder „bivalent“, sind auf die höhere Klopffestigkeit von ERDGAS (CNG) mit ca. 130 Oktan ausgelegt. Das heißt, sie nutzen die vollen Potenziale des effizienten Kraftstoffs. Bei einer höheren Infrastrukturdichte könnten die Hersteller sogar vollständig auf Benzin als zweiten Kraftstoff im Fahrzeug verzichten. In diesem Fall könnte man die Verdichtung der Gasmotoren kompromisslos erhöhen, was eine noch höhere Effizienz mit sich bringen würde. Nutzfahrzeuge und Busse fahren ausschließlich mit ERDGAS.

Nahezu unverändert zum konventionellen Diesel- oder Benzinmotor. Bei einem monovalenten Erdgasfahrzeug kann dagegen eine Leistungssteigerung von bis zu 30% erzielt werden.

Jein - umgerüstete Fahrzeuge verlieren durch die nachträgliche Installation von Gasflaschen Platz im Innenraum. Bei neuen Serienfahrzeugen besteht jedoch durch die Unterfluranbringung kein Platzverlust mehr im Fahrzeug!

Hier stiften unterschiedliche Verordnungen Verwirrung. In Erfüllung einer Vorgabe der Europäischen Union hat der Gesetzgeber im Juni 2004 eine Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) erlassen. Nach §1 muss der Kraftstoffverbrauch von erdgasgetriebenen Fahrzeugen in Kubikmetern je 100 Kilometer (m³/100 km) angegeben werden. Diese Angabe entspricht dem technischen Wert, der nach der EU-Richtlinie 80/1268/EWG für das Typgenehmigungsverfahren für jedes Erdgasfahrzeug zu ermitteln ist, um eine Typzulassung für Europa zu erhalten.

Wie aus der Richtlinie hervorgeht, handelt es sich dabei jedoch nicht um Normkubikmeter ERDGAS, gemessen bei 0°C, wie gewöhnlich in der deutschen Gaswirtschaft verwendet, sondern um einen Kubikmeter eines speziellen Prüfgasgemisches bei 15 °C, das in der Praxis eine Dichte von 0,654 kg/m³ aufweist.

An deutschen Tankstellen darf nach dem Eichgesetz komprimiertes ERDGAS (CNG) aber nur in Kilogramm, nicht in Kubikmetern, verkauft werden. Die Kubikmeterangabe ist daher für Verbraucher ungeeignet und irreführend. Der für die Praxis interessante Verbrauchswert eines Erdgasfahrzeugs in kg/100 km ergibt sich durch Multiplikation des Kubikmeterverbrauchswerts mit der Dichte von 0,654. Dieser Wert ist auf den Energiegehalt von H-Gas abgestimmt Beim Einsatz von L-Gas kann der Verbrauch aufgrund des geringeren Energiegehaltes ansteigen. Daher wird ERDGAS in den L-Gasversorgungsgebieten entsprechend günstiger an der Tankstelle angeboten als H-Gas, das in den meisten Teilen Deutschlands verkauft wird.

Eine Übersicht aller Verbrauchs- und Emissionswerte der für Deutschland zugelassenen Fahrzeuge als PDF-Datei finden Sie zum Download beim Kraftfahrt-Bundesamt.

Generell gilt die Faustregel 1 Kilogramm ERDGAS (CNG) entspricht 1,5 Litern Benzin, 1,3 Litern Diesel oder 1,9 Litern Autogas.

Tankstellen & Betankung

Gegenüber Diesel sparen Sie etwa 30 Prozent und im Vergleich zu Benzin fast die Hälfte der Kraftstoffkosten – ERDGAS (CNG) ist also konkurrenzlos günstig.

Gegenwärtig stehen bundesweit rund 900 Erdgastankstellen zur Verfügung – 93 Prozent davon an öffentlichen Marken-Tankstellen integriert.

Auch im europäischen Ausland geht der Ausbau des Erdgastankstellennetzes voran. Insgesamt kann man europaweit an ca. 3.400 Tankstellen ERDGAS (CNG) tanken. Über ein besonders dichtes Netz von Erdgastankstellen verfügt Norditalien. Daneben gibt es insbesondere in Österreich,Schweden, Belgien, Niederlande und Tschechien einen Anstieg an Erdgastankstellen zu verzeichnen. Auch die zukünftige Entwicklung von Erdgastankstellen in Europa sieht sehr positiv aus: Mit der „Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ [2014/94/EU] will die EU die Abhängigkeit des Verkehrssektors von Erdöl reduzieren und den Schadstoffausstoß drosseln. Daher konzentriert sie sich auf besonders schadstoffarme Kraftstoffe und teilt neben Strom auch komprimiertem ERDGAS (CNG) und verflüssigtem ERDGAS (LNG) eine Schlüsselrolle zu. Die EU-Mitgliedsstaaten sind nun verpflichtet, eine Mindestinfrastruktur aufzubauen sowie eine allgemeine Strategie zur besseren Unterstützung sowie Vermarktung alternativer Kraftstoffe im Transportsektor zu entwickeln, die bis November 2016 konkret definiert und präsentiert werden müssen. Zudem müssen gemeinsame Standards festgelegt werden und für die Verbraucher klare Preis- und Kraftstoffinformationen verfügbar sein.

Um die Kraftstoffversorgung mit ERDGAS und BIO-ERDGAS europaweit flächendeckend zu gewährleisten, empfiehlt die EU einen Abstand von maximal 150 Kilometern.

ERDGAS (CNG) tanken ist ganz einfach. Der Tankvorgang dauert genauso lange wie bei einer Diesel- oder Benzinbetankung, also etwa drei bis fünf Minuten. Anstelle einer herkömmlichen Zapfpistole ist die Erdgas-Zapfsäule mit einer Füllkupplung ausgestattet. Diese Kupplung wird leicht auf den Tanknippel des Erdgastanks am Fahrzeug gesetzt und durch eine einfache 180°-Drehung des Griffs oder durch das bekannte Betätigen eines Hebels, wie bei herkömmlichen Zapfpistolen, sicher verbunden. Durch eine zusätzliche Hebel- oder Druckeinrichtung wird der Betankungsvorgang ausgelöst. Ist der Tank voll, wird der Tankvorgang automatisch beendet. Eine Anleitung zum Bedienen der Zapfsäule ist in der Regel an jeder Erdgastankstelle gut sichtbar angebracht.

Bei Serienfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb befinden sich die Erdgasbehälter, wie auch der Benzintank, unter dem Fahrzeugboden (Unterfluranbringung), so dass keine oder nur minimale Einschränkungen in der Innenraumnutzung entstehen.

Private Erdgasanschlüsse haben einen Druck von nur wenigen mbar. ERDGAS (CNG) als Kraftstoff muss zur Betankung auf 200 bar an der Tankstelle komprimiert werden. Aufgrund des dafür notwendigen Energieaufwandes ist die Betankung aus dem heimischen Heizgasanschluss wirtschaftlich nicht sinnvoll, auch wenn sie technisch realisierbar wäre.

Dies ist wie bei allen komprimierten Gasen von Druck und Temperatur abhängig. Erdgas (CNG) wird mit einem Druck von 200 bar in den Tank gepresst und in Kilogramm gemessen. Je nach Fahrzeugmodell können so zwischen 11 kg und 37 kg getankt werden. Im Nutzfahrzeugbereich sind höhere Fassungsvermögen, je nach Modell, möglich.

Je nach Reichweite Ihres Fahrzeugtyps kommen Sie mit einer Tankfüllung 280 - 860 km weit. Bei umgerüsteten Fahrzeugen fällt die Reichweite meist geringer aus.

Wirtschaftlichkeit

Die Preisspanne ergibt sich aus den unterschiedlichen auf dem Markt befindlichen Fahrzeugtypen der jeweiligen Hersteller. Zum Diesel-Pkw ist heutzutage kaum noch eine Preisdifferenz zu verzeichnen. Die Mehrkosten gegenüber einem Benzinfahrzeug betragen derzeit:

  • circa 1.500 bis 3.500 Euro bei werkseitig ausgelieferten Pkw
  • circa 3.500 bis 5.500 Euro bei leichten Nutzfahrzeugen (z.B. Transportern)
  • circa 25.000 bis 35.000 Euro bei Lkw und Omnibussen

Auf Grund der günstigen Kraftstoffkosten und der geringen Kfz-Steuer amortisiert sich die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs bei großen Fahrtstrecken und einer Kilometerleistung ab ca. 12.000 km.

Viele lokale Energieversorger unterstützen die Anschaffung eines neuen Erdgasfahrzeugs oft mit einem einmaligen finanziellen Zuschuss oder in Form von Tankgutscheinen. Verschiedene Versicherungsunternehmen bieten spezielle Tarife für Erdgasautos an. Die KfW-Förderbank gewährt zudem im Rahmen ihres Umweltprogramms zinsvergünstigte Kredite für Gewerbetreibende. Generell zahlt der Halter eines Erdgas-Pkw aufgrund des geringeren CO2-Ausstoßes einen günstigeren Kfz-Steuersatz.

Der Abgabepreis des in Gewicht gemessenen ERDGASES (CNG) liegt derzeit durchschnittlich bei 1,06 EUR pro Kilogramm und entspricht einem Benzinpreis von durchschnittlich 0,71 EUR pro Liter. Bei einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern Super-Benzin und einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern spart ein Erdgasfahrer mit einem Fahrzeug der Mittelklasse so ca. 800 Euro pro Jahr. Eine erste Einschätzung der potenziellen Einsparung erhalten Sie durch den Kraftstoffrechner von Zukunft ERDGAS.

Der Vergleich wird über den Energiegehalt vorgenommen. Der Energiegehalt von einem Kilogramm ERDGAS (H-Gas) entspricht in etwa dem von 1,5 Litern Benzin bzw. 1,3 Litern Diesel.

Erdgasfahrzeuge sind in puncto KFZ-Steuer deutlich günstiger als Diesel oder Benziner. Die Berechnung der Steuer erfolgt seit einigen Jahren nicht mehr nur nach dem Hubraum, sondern auch nach dem CO2-Ausstoß. Durch die deutlich niedrigeren Emissionen erzielen Erdgasfahrzeuge somit auch bei der KFZ-Steuer einen klaren Preisvorteil. Für den VW Golf 1.4 TGI BlueMotion Comfortline werden lediglich 28 Euro Kfz-Steuer fällig und eine leistungsstarke Limousine kostet nur 42 Euro Steuern jährlich. Kraftfahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2009 zugelassen wurden, werden weiterhin nach der alten Regelung besteuert. Berechnen Sie die Kfz-Steuer für Ihr neues Erdgas-Fahrzeug.

Der ermäßigte Steuersatz für ERDGAS (CNG) als Kraftstoff wird bis 2026 fortgeführt. Die deutlich niedrigeren Emissionen von Erdgasfahrzeugen tragen zu einer wesentlichen Verbesserung der Luftqualität bei und unterstützen somit die Erreichung der Klimaziele. Der bis dato auch für Autogas geltende ermäßigte Steuersatz wird nicht fortgeführt. ERDGAS besitzt im Gegensatz zu Autogas eine regenerative Komponente. Im Kraftstoff ERDGAS sind durchschnittlich circa 20 Prozent BIO-ERDGAS enthalten. Durch Power-to-Gas und Bio-ERDGAS hat dieser Kraftstoff das Potenzial zu 100 Prozent aus regenerativen Ressourcen erzeugt zu werden.

Im Rahmen der umweltpolitischen Initiative der Bundesregierung für die Reduzierung der Schadstoffe (Stickstoffoxide, Benzol, Partikel sowie Kohlendioxid) durch den Verkehr wurde Erdgas als eine der drei Energien benannt, mit denen es möglich ist, den Schadstoffausstoß und dessen Auswirkungen zu reduzieren. Deshalb gilt bis zum 31. Dezember 2020 ein deutlich reduzierter Mineralölsteuersatz für Erdgas als Kraftstoff. Auch das schafft Planungssicherheit.

Versicherungstechnisch werden Erdgasfahrzeuge genauso behandelt wie jedes konventionelle Fahrzeug. Einige Versicherer bieten sogar günstigere "Ökotarife" an. Besonders gut schneiden dabei monovalente Fahrzeuge ab.

Umwelt

Der Ausstoß von Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid-, Ruß- und anderen Partikelemissionen wird beim Einsatz des Kraftstoffs ERDGAS (CNG) nahezu vollständig vermieden. Die Kohlendioxidemissionen sind bei Erdgasfahrzeugen im Vergleich zu Benzinern bis zu 18 Prozent geringer. Der Ausstoß von Stickoxiden ist im Vergleich zum Dieselfahrzeug rund 90 Prozent niedriger. Die „weichere" Verbrennung von ERDGAS vermindert zudem das Motorengeräusch um bis zu 50 Prozent.

1995 erfolgte eine Mineralölsteuerbegünstigung bis 2009 für Erd- und Flüssiggas als Kraftstoffe,um verkehrsbedingte Emissionen zu mindern. Diese wurde mit einer Reihe von Modellprojekten des Bundesumweltministeriums begleitet, in denen Erd- und Flüssiggasantrieb gleichberechtigt gefördert wurden. Die Automobilindustrie hat sich angesichts erheblicher Kosten für gasbetriebene Serienfahrzeuge auf den Erdgasantrieb konzentriert, da das CO2-Einsparungspotenzial größer ist und Synergien mit regenerativem ERDGAS möglich sind. Das Energiesteuergesetz greift diesen Trend auf und gibt der Fahrzeugindustrie durch die Festschreibung eines günstigen Energiesteuersatzes für ERDGAS als Kraftstoff bis 2026 die notwendige Investitionssicherheit für weitere Entwicklungsanstrengungen. Zudem sieht die Bundesregierung das Potenzial, dass ERDGAS sich zu einem 100 Prozent regenerativem Energieträger entwickeln kann. Diese Entwicklung trägt zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor bei.

Sicherheit

Von Erdgasfahrzeugen geht keine erhöhte Gefahr aus. Die stabilste Komponente des Fahrzeuges ist der Erdgastank, der auf einen Betriebsdruck von 200 bar ausgerichtet ist. Die Sicherheitsprüfung des TÜV schreibt für die Fahrzeugtanks sogar einen Berstdruck von 600 bar vor, dem die Behälter standhalten müssen. Die allgemein auftretenden Belastungen durch mechanische Kräfte bei Unfällen werden damit bei weitem überschritten. Sicherheitsventile sorgen für ein gezieltes Abblasen oder bei Hitzeeinwirkung für ein kontrolliertes Abbrennen des ERDGASES. Selbst beim Entweichen großer Gasmengen besteht keine Explosionsgefahr, denn ERDGAS ist leichter als Luft und verflüchtigt sich sofort in die Atmosphäre. Die Bestandteile eines Flaschenventils:

  • Elektrische Abschaltung (Magnetventil)
  • Berstscheibe
  • Manuelle Abschaltung
  • Schmelzsicherung
  • Integriertes Rückschlagventil

Die ECE Regelung bezeichnet einen Katalog von international vereinbarten, einheitlichen technischen Vorschriften und Prüfverfahren für Fahrzeuge, Teile und Ausrüstungsgegenstände. Generell müssen Erdgastankbehälter unterschiedliche Anforderungen erfüllen, bevor sie für die Serienproduktion zugelassen werden. Dazu gehören verschiedene Druck-, Berst- und Bruchprüfungen sowie die Feuerschutzprüfung bei mindestens 590 Grad Celsius und die Durchschlagprüfung mit einem Hartkerngeschoss.

Darüber hinaus gibt es bei der Fertigung von Erdgastankbehältern eine zerstörungsfreie Prüfung an allen Zylindern sowie eine stichprobenartige Zerstörungsprüfung. Zur zerstörungsfreien Prüfung eines jeden Zylinders gehört: die Härteprüfung, die Ultraschallprüfung um Risse auszuschließen sowie die hydraulische Prüfung, um die Dichtheit zu gewährleisten. Bei der stichprobenartigen Zerstörungsprüfung, werden die Behälter einer Zug- und Aufprallprüfung sowie Druck- und Berstprüfungen unterzogen.

ERDGAS ist weder toxisch noch krebserregend. Zur Wahrnehmung von austretendem ERDGAS wird diesem ein durchdringender Geruchsstoff beigemischt. Der ungefährliche Stoff ist stark riechend und wird so bereits bei einer Konzentration von einem Prozent – und damit weit unter der Gefahrengrenze (5 bis 16 Prozent) – wahrgenommen.

Das Parken von Erdgasautos ist in Parkhäusern und Tiefgaragen nach den Länderbauordnungen in allen Bundesländern erlaubt. Das Hausrecht stellt aber jedem Parkhausbesitzer frei, welchen Fahrzeugen er Einfahrt gewährt und welchen nicht.

Leistung & Reichweite

Bei den heutigen Serienfahrzeugen sind keine Leistungsverluste spürbar. Durch die neu entwickelten (Turbo-)Motoren konnte diese sogar noch weiter gesteigert werden. Nur bei nachgerüsteten Fahrzeugen kann es zu Leistungsverlusten kommen.

Die Reichweite, die ein mit ERDGAS (CNG) betriebenes Fahrzeug erzielen kann, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Erdgas-Pkw haben im Erdgasbetrieb je nach Tankvolumen bis zu 900 Kilometer Reichweite, zu der noch die Reichweite über den Benzintank hinzukommt. Durch technische Optimierungen von Motor, Fahrzeug und Tankauslegung werden die Reichweiten von Erdgasautos weiter gesteigert.

Wartung & Nachrüstung

Die Wartung eines Erdgasfahrzeuges unterscheidet sich nicht wesentlich von der eines Benziners. Dies gilt auch für die Inspektionsintervalle. Fragen zur Inspektion beantworten die jeweiligen Fahrzeughersteller. Bei allen Kraftfahrzeugen, die entweder serienmäßig mit einer Gasanlage ausgerüstet sind oder bei denen ein Gassystem nachgerüstet wurde, müssen die Gasanlagen einer wiederkehrenden Prüfung unterzogen werden, der sogenannten Gasanlagenprüfung (GAP). Diese wird in der Regel im Zuge der Hauptuntersuchung (HU) durchgeführt. Wird ein Fahrzeug bei einer staatlich anerkannten Prüforganisation zur HU angemeldet und dabei festgestellt, dass es sich um ein Erdgasfahrzeug handelt, dann wird auch gleich die GAP durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Sichtprüfung, bei der alle Bauteile (Leitungen, Ventile, Druckbehälter, Verbindungsstücke) auf Vollständigkeit, Funktion und Dichtigkeit geprüft werden. Die GAP wird zudem separat fällig, wenn die Anlage repariert oder das Auto zum Beispiel durch einen Unfall beschädigt wurde, um auszuschließen dass die Sicherheit der Gasanlage beeinträchtigt sein könnte. Die Prüfung der Gasanlage führen der TÜV und die DEKRA sowie anerkannte Werkstätten durch.

Seit dem 1. April 2006 sind alle Vorschriften zur Genehmigung und zur Überprüfung von Gasanlagen zum Antrieb von Kraftfahrzeugen in die Straßenverkehrszulassungsverordnung (StVZO) übernommen worden. Gasanlagen, die in Serienfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb eingebaut sind, müssen aufgrund ECE-R 110, der internationalen Vorschrift für Fahrzeuge, bauartgenehmigt sein. Gasnachrüstsysteme für Erdgasfahrzeuge sollen grundsätzlich nach ECE-R 115 genehmigt sein. Für Kleinserien oder Einzelanlagen besteht auch weiterhin die Möglichkeit, ein Einzelgutachten nach § 21 StVZO zu erhalten. Bedingung ist allerdings, dass diese Anlagen zumindest den technischen Vorgaben der ECE-R 115 entsprechend eingebaut sind. Mit dem Einbau eines Gasnachrüstsystems ist immer eine Gassystem-Einbauprüfung (GSP) durchzuführen. Die GSP kann sowohl von anerkannten Werkstätten als auch von bekannten Prüforganisationen (wie z.B. TÜV, DEKRA) durchgeführt werden.

Gemäß ECE-R110 müssen geprüfte Behälter, falls vom Hersteller nicht anders angegeben, erstmals nach 10 Jahren geprüft werden. Jedoch geben die Hersteller für aktuelle Modelle eine Nutzungsdauer von 20 Jahren an, was in der Regel die Lebensdauer eines PKW überschreitet. Für diese Zeit ist keine Druckbehälterprüfung mehr erforderlich. Die Lebensdauer von Erdgasdruckbehältern ist generell auf 20 Jahre beschränkt. Bei der Druckbehälterprüfung wird zum einen eine endoskopische Innenprüfung auf Korrosion und Risse durchgeführt und zum anderen eine Festigkeitsprüfung (Volumenexpansionsprüfung). Hierfür müssen die Behälter meist demontiert werden.

Bei älteren Erdgasfahrzeugen (vor Baujahr 2006) besteht die Möglichkeit, dass die Gasanlage nicht nach den Vorgaben der ECE-R110 gefertigt und geprüft wurde. In diesem Fall kommt die nationale Druckbehälterordnung und das Merkblatt VdTÜV 757 zum Tragen. Nach dieser Verordnung gilt für die Druckbehälterprüfung, dass Stahlbehälter je nach Herstellerangaben erstmalig nach 5 bzw. 10 Jahren geprüft werden müssen. In der Regel ist der Prüfzeitpunkt in den Gasbehältern eingeschlagen bzw. in den Fahrzeugbegleitpapieren dokumentiert. Vor diesem Hintergrund ist beim Gebrauchtwagenkauf darauf zu achten, ob die Druckbehälterprüfung bereits durchgeführt worden ist oder wann diese fällig wird. Die staatlich anerkannten Prüforganisationen können hierzu Auskunft geben.

Wir raten Ihnen dringend von einer Umrüstung ab. Bitte greifen Sie zu einem Serienfahrzeug ab Werk. Die Kosten für die Umrüstung/Erweiterung variieren derzeit bei Pkws je nach Modell, zwischen 3.000 und 4.800 Euro. Sollten Sie dennoch Ihr Farhzeug umrüsten wollen, beachten Sie bei der Einholung des Angebotes und beim Umbau, dass Ihr Auto vom TÜV abgenommen wird.