FAQs

Was ist ERDGAS?

ERDGAS ist ein Brennstoff, der in Deutschland vielfältige Anwendung zum Heizen, Kochen, Autofahren und in der Industrie findet. Es besteht zu überwiegendem Teil aus Methan sowie anderen Kohlenwasserstoffen und enthält nur geringe Anteile von Stickstoff und Kohlendioxid, weswegen es weitestgehend sauber verbrennt. Im Gegensatz zu Erdöl muss ERDGAS nach der Förderung nicht aufwendig aufgearbeitet werden und ist auch als regenerativer Energieträger verfügbar. Sowohl BIO-ERDGAS als auch synthetisches ERDGAS sind grüne Alternativen auf dem Weg zur Energiewende.

Was ist BIO-ERDGAS?

BIO-ERDGAS ist erneuerbares ERDGAS und wird für den heimischen Markt hauptsächlich aus Bioabfällen gewonnen. Ausgang für die Produktion ist Biogas, das in einem zweiten Verfahrensschritt auf Bio-Erdgas-Qualität aufbereitet wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird das BIO-ERDGAS in das Erdgasnetz eingespeist. BIO-ERDGAS kann ohne Leistungsverlust problemlos in alle Erdgasfahrzeuge getankt werden.

BIO-ERDGAS ist ein vollwertiger Ersatz für ERDGAS. Dadurch wird die ohnehin schon gute Umweltbilanz dieses Kraftstoffs noch weiter verbessert: Laut dena sinken bei der Nutzung von reinem BIO-ERDGAS die CO2-Emissionen um bis zu 97 Prozent gegenüber Benzinern. Schon heute wird an vielen Tankstellen BIO-ERDGAS dem konventionellen ERDGAS beigemischt oder als eigener Kraftstoff angeboten.

Was ist CNG?

CNG steht für Compressed Natural Gas und heißt nichts anderes als komprimiertes ERDGAS. In dieser Form wird es zum Tanken angeboten. Die Abkürzung CNG findet sich international an allen Erdgastankstellen.

Was ist e-gas?

Der Automobilhersteller Audi erzeugt mittels der neuen Power-to-Gas-Technologie aus überschüssigem Ökostrom „e-gas“. Im ersten Schritt wird Wasserstoff produziert. Unter Zugabe von CO2 entsteht anschließend Methan. Audi nennt dieses synthetische ERDGAS „Audi e-gas“.

Worin unterscheidet sich ERDGAS von Flüssigas bzw. Autogas?

Flüssiggas bzw. Autogas (LPG: Liquefied Petroleum Gas) ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung anfällt. Autogas hat ein höheres Molekulargewicht als ERDGAS und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft.

ERDGAS hingegen, ist aufgrund seines hohen Wasserstoffanteils leichter als Luft und verflüchtigt sich im Fall eines Austritts schnell in der Atmosphäre. Als Kraftstoff sind ERDGAS und Autogas nicht untereinander austauschbar – unterschiedliche Tankstutzen an den Fahrzeugen verhindern eine Verwechslung.

Flüssiggas wird in Litern verkauft und hat pro Verkaufseinheit einen deutlich geringeren Energiegehalt als ERDGAS, welches in Kilogramm verkauft wird, daher können die Preise an der Tankstelle nicht direkt miteinander verglichen werden.

Was ist der Unterschied zwischen H-Gas und L-Gas?

In Deutschland sind zwei Erdgassorten gebräuchlich: "H-Gas" (high-calorific gas) und "L-Gas" (low-calorific-gas). Die Angaben „H“ und „L“ stehen für den Methananteil im ERDGAS, der je nach Herkunft des Gases verschieden ist. H-Gas hat aufgrund des größeren Methananteils einen höheren Heizwert und verbrennt sauberer. Es ist in Deutschland am weitesten verbreitet. L-Gas wird beispielsweise in Niedersachsen gefördert und ist in Norddeutschland an den Tankstellen verfügbar. Beim Tankvorgang macht die Sorte keinen Unterschied – wohl aber in der Reichweite einer Tankfüllung. Da der Preis von ERDGAS nach dem Heizwert berechnet wird, ist L-Gas an der Tankstelle etwas billiger. Im Jahr 2014 begann die schrittweise Umstellung der Versorgungsnetze auf H-Gas, da die L-Gas-Vorkommen zur Neige gehen. Bis zum Jahr 2030 soll diese abgeschlossen sein. Ganz Deutschland wird dann mit dem effizienten H-Gas versorgt.

Wie lange reichen die weltweiten Erdgasvorräte und woher kommen sie?

ERDGAS kommt in nahezu jedem Teil der Erde als natürliche Ressource vor. Die bisher erschlossenen fossilen Erdgasvorkommen reichen laut Experten noch für mindestens 70 Jahre – bei gleichbleibendem Verbrauch. Allerdings werden zunehmend neue Vorkommen entdeckt und erschlossen. Die Versorgung ist damit noch über viele Generationen gesichert. Gleichzeitig sorgen BIO-ERDGAS und synthetisches ERDGAS, das aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen wird, für zusätzliche Zukunftssicherheit.

Der Vergleich mit dem Energieträger Erdöl – von dem der deutsche Verkehrssektor bislang zu über 95 Prozent abhängig ist – verdeutlicht das zusätzliche Potenzial von ERDGAS. Legt man allein die  aktuellen Fördermengen zugrunde, ergeben sich globale Reichweiten für Erdöl von rund 40 Jahren. Anders als bei ERDGAS sind in 90 Prozent der Ölförderländer die Fördermaxima bereits nachweislich überschritten. Auch zeigt sich schon seit den 1960er Jahren ein Rückgang der jährlichen Erdölneufunde, seit 1981 liegen sie unter dem tatsächlichen Verbrauch.

Zu den wichtigsten Bezugsquellen von ERDGAS zählen heute Norwegen, die Niederlande, UK, Deutschland und Russland. Global steigt die Zahl der Förderländer, die verflüssigtes ERDGAS (LNG) nach Europa exportieren.

Was ist Power-to-Gas?

Power-to-Gas ist eine neue Technologie, mit der große Mengen erneuerbaren Stroms als Gas gespeichert werden kann. Das so hergestellte Wasserstoff oder Methan wird beispielsweise als CO2-neutraler Kraftstoff  für den Verkehr verwendet. Mit dieser Technologie kann das zuvor gewonnene Gas  sogar zurück in Strom umgewandelt werden. Der Prozess trägt wesentlich zur Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes bei. Power-to-Gas wird auch Strom-zu-Gas oder abgekürzt P2G genannt.

Was ist ein Erdgasfahrzeug?

Ein Erdgasfahrzeug wird mit komprimiertem Erdgas als Kraftstoff betrieben und ist mit einem Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat ausgestattet. Die Motoren arbeiten genauso wie herkömmliche Otto-Motoren. Anstatt eines Benzin-Luftgemisches wird ein Erdgas-Luftgemisch in den Zylindern verbrannt.

Wie verbreitet sind Erdgasfahrzeuge?

In Deutschland fahren bereits knapp 100.000 Erdgasfahrzeuge - Tendenz: steigend. Beispielsweise auch in Italien, dem europäischen "Mutterland" der Erdgastechnik, sind bereits ca. 940.000 Erdgasfahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

Welche Vorteile bieten Erdgasfahrzeuge?

Erdgasfahrzeuge haben einen wirtschaftlichen Vorteil durch geringere Betriebs- und Treibstoffkosten. Zusätzlich verursacht ERDGAS bis zu 25 Prozent weniger CO2 als Benzin. Mit reinem BIO-ERDGAS sinkt der CO2-Ausstoß sogar um bis 97 Prozent.

Welche Nachteile gibt es bei der Nutzung von Erdgasfahrzeugen?

Weite Fahrten bedürfen derzeit noch einer guten Reiseplanung, weil sich das Tankstellennetz im Aufbau befindet. Aktuell gibt es in Deutschland ca. 900 Tankstellen - Tendenz steigend!

Sind die Anschaffungskosten bei einem Erdgasfahrzeug höher?

Ja und Nein. Die Ausstattungsvariante CNG/Erdgasantrieb bei Fahrzeugen vergleicht man in der Regel mit den Mehrkosten für ein Dieselfahrzeug. Die Kosten liegen bis 1.500 Euro über dem Dieselmodell. Bei manchen Herstellern ist die CNG-Variante bereits günstiger als das Dieselmodell. Der Differenzbetrag gegenüber den benzinbetriebenen Fahrzeugen liegen zwischen 800 und 3.500 Euro je nach Fahrzeugmodell. Auf Grund der günstigen Kraftstoffkosten und der günstigen KfZ-Steuer amortisiert sich die Anschaffung eines CNG-Fahrzeugs bei großen Fahrtstrecken und einer Kilometerleistung ab ca. 12.000 km.

Muss ein Erdgasfahrzeug häufiger zum TÜV?

Nein, Erdgasfahrzeuge werden wie konventionelle Fahrzeuge behandelt.

Kostet die Inspektion bei einem Erdgasfahrzeug mehr?

Normalerweise nicht, es werden herstellerabhängig bei den regulären Inspektionsintervallen Servicechecks durchgeführt.

Wie aufwendig ist die Pflege und Wartung eines Erdgasautos?

Die Motorpflege unterscheidet sich nicht von der eines benzinbetriebenen Fahrzeugs. Dies gilt auch für die Inspektion.

Welche Abgasnorm erfüllen Erdgasfahrzeuge?

Die meisten aktuellen Modelle erfüllen die Euro-6-Norm.

Wo ist der Tank?

Bei den gängigen Serienmodellen sind die Erdgastanks unterflurig, das heißt, sie sind in den Boden des Fahrzeugs integriert, so dass keinerlei Platzverlust entsteht.

Wie viel Fassungsvermögen hat ein Erdgastank?

Dies ist wie bei allen komprimierten Gasen von Druck und Temperatur abhängig. Erdgas wird mit einem Druck von 200 bar in den Tank gepresst und in Kilogramm gemessen. Je nach Fahrzeugmodell können so zwischen 11 kg und 37 kg getankt werden. Im Nutzfahrzeugbereich sind höhere Fassungsvermögen, je nach Modell, möglich.

Welche Hersteller bieten erdgasbetriebene Serienfahrzeuge an?

Zur Zeit werden neue PKW-Serienfahrzeuge von den Herstellern Audi, Fiat, Opel, Mercedes-Benz, Seat, Skoda und Volkswagen angeboten. Gebrauchte Serien-Erdgasfahrzeuge gibt es von Citroen, Ford und Volvo. Auch Sonderfahrzeuge wie Busse, leichte Nutzfahrzeuge und Stapler werden angeboten.

Was bedeutet bivalent oder monovalent?

Erdgasfahrzeuge sind mit unterschiedlichen Antriebsarten erhältlich. Es gibt Fahrzeuge, die sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betrieben werden können. Man nennt sie bivalente (oder bifuel) Fahrzeuge. Fahrzeuge, die nur mit Erdgas als Kraftstoff angetrieben werden, nennt man monovalente Fahrzeuge (auch monofuel). Inzwischen haben sich am Markt sogenannte Monovalent-plus-Fahrzeuge etabliert, die mit einem Benzinnottank unter 15 Litern ausgestattet sind.

Wie ist das Motorverhalten?

Nahezu unverändert zum konventionellen Diesel- oder Benzinmotor. Bei einem monovalenten Erdgasfahrzeug kann dagegen eine Leistungssteigerung von bis zu 30% erzielt werden.

Wird der Kofferraum durch den Gasantrieb kleiner?

Jein - umgerüstete Fahrzeuge verlieren durch die nachträgliche Installation von Gasflaschen Platz im Innenraum. Bei neuen Serienfahrzeugen besteht jedoch durch die Unterfluranbringung kein Platzverlust mehr im Fahrzeug!

Wie viel Treibstoffkosten spart ein Erdgasfahrzeug?

Gegenüber Diesel sparen Sie etwa 30 Prozent und im Vergleich zu Benzin fast die Hälfte der Kraftstoffkosten – ERDGAS ist also konkurrenzlos günstig .

Wie weit reicht eine Tankfüllung?

Je nach Reichweite Ihres Fahrzeugtyps kommen Sie mit einer Tankfüllung 280 - 860 km weit. Bei umgerüsteten Fahrzeugen fällt die Reichweite meist geringer aus.

Warum geben Automobilhersteller den Verbrauch von Erdgas-Fahrzeugen in Kubikmetern pro 100 Kilometer an?

Hier stiften unterschiedliche Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene Verwirrung. Die Typzulassung für den Europäischen Automobilmarkt ist nur mit der Angabe von Kubikmetern pro 100 Kilometer möglich. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Normkubikmeter ERDGAS, wie gewöhnlich in der deutschen Gaswirtschaft verwendet, sondern um einen Kubikmeter eines speziellen Prüfgasgemisches bei 15 °C, das in der Praxis eine Dichte von 0,654 kg/m³ aufweist.

An deutschen Tankstellen darf nach dem Eichgesetz komprimiertes ERDGAS aber nur in Kilogramm, nicht in Kubikmetern, verkauft werden. Die Kubikmeterangabe ist daher für Verbraucher irreführend. Der für die Praxis interessante Verbrauchswert eines Erdgasfahrzeugs in kg/100 km ergibt sich durch Multiplikation des Kubikmeterverbrauchswerts mit der Dichte von 0,654. Dieser Wert ist auf den Energiegehalt von H-Gas abgestimmt und kann bei L-Gas dementsprechend höher ausfallen.    

Eine Übersicht aller Verbrauchs- und Emissionswerte der für Deutschland zugelassenen Fahrzeuge als PDF-Datei finden Sie zum Download beim Kraftfahrt-Bundesamt.

Warum wird Erdgas mit einer niedrigen Mineralölsteuer belegt?

Im Rahmen der umweltpolitischen Initiative der Bundesregierung für die Reduzierung der Schadstoffe (Stickstoffoxide, Benzol, Partikel sowie Kohlendioxid) durch den Verkehr wurde Erdgas als eine der drei Energien benannt, mit denen es möglich ist, den Schadstoffausstoß und dessen Auswirkungen zu reduzieren. Deshalb gilt bis zum 31. Dezember 2020 ein deutlich reduzierter Mineralölsteuersatz für Erdgas als Kraftstoff. Auch das schafft Planungssicherheit.

Wie sind Erdgasfahrzeuge versichert?

Versicherungstechnisch werden Erdgasfahrzeuge genauso behandelt wie jedes konventionelle Fahrzeug. Einige Versicherer bieten sogar günstigere "Ökotarife" an. Besonders gut schneiden dabei monovalente Fahrzeuge ab.